Nicht in Liedern besungen, nicht auf königlichen Wandteppichen verewigt – aber in den Flüstern der Hallen, in den Blicken jener, die noch wussten, was er einst gewesen war. Atacius Hogpen, Sohn der Tiefenminen von Ulgarond, Schmiedemeister des Inneren Rings, Träger des Schildes von Garam-Vael – und später: Verräter.
Sein Bart war einst so rot wie das Erz, das er aus den Adern der Berge schlug. Seine Stimme wie Donner über dem Amboss. Kein anderer unter den zwergischen Kriegern konnte eine Waffe führen und gleichzeitig mit solcher Präzision schmieden. Als Velmor in seinen letzten Jahren nach Verbündeten suchte, war es Atacius, der mit einem kleinen Heer aus dem Steinreich erschien – nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. Er glaubte an Ordnung. An einen Sinn.
Doch die Schlacht, die kam, war anders. Magie zerriss Himmel und Verstand. Freunde verfluchten sich gegenseitig. Und Atacius – ein Wesen der Klarheit und Disziplin – wurde hineingezogen in einen Krieg, der keinen Feind mehr hatte, nur Schatten. Was er in jener Nacht in den unteren Gewölben von Khadur sah, hat er nie beschrieben. Nur dass er etwas trug, das er nie hätte berühren dürfen. Und dass er schwieg, als Velmor fiel.
Er verschwand.
Viele Jahre später wurde ein abgerissener, müder Zwerg in den Kerker der Ruinenfestung Khadur geworfen. Niemand erinnerte sich an seinen Namen. Er sprach kaum. Doch seine Augen – tief, dunkel und voller Wissen – sahen Dinge, die nicht im Raum lagen.
Die Tochter des Zwerges, Taryn Hogpen, sucht ihn noch immer. Sie glaubt, dass er durch einen Zauber gebrochen wurde. Er selbst jedoch nennt es: die Wahrheit.
Atacius redet nur mit wenigen. Doch wenn er spricht, tropfen seine Worte wie geschmolzenes Erz: schwer, bitter, unausweichlich.
Er ist kein Held mehr.
Aber vielleicht – der letzte, der weiß, warum alles begann.