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Tuzzoli Duskshield – Das Auge im Schatten

Jenseits der Mauer beginnt das Denken des Schattens.

Wenn Yuznarlug Hardchest die Mauer ist, dann ist Tuzzoli Duskshield das, was auf der anderen Seite wartet.

Er steht oft nur einen Schritt hinter ihr, leicht zur Seite versetzt, wie ein Schatten, der nie ganz zur Sonne passt. Seine Haltung ist entspannt, seine Stimme ruhig, beinahe heiter. Besucher halten ihn oft für harmlos – einen Diener, einen Schreiber, einen Mann, der zufällig zur Wache kam. Doch unter dem Lächeln liegt ein Kalkül, das selbst die Götter nicht entziffern könnten.

Tuzzoli stammt aus Aten’Za, einem vergessenen Land im Westen, das heute nur noch in Träumen existiert. Ein Reich aus Zwielicht, halb real, halb Erinnerung. Seine Vergangenheit ist ein Mosaik aus Halbwahrheiten – selbst Rhirnas hat noch keine klare Linie aus ihm herausgezogen. Manche sagen, er sei ausgebildet worden in den Hallen der Grauen Väter, andere behaupten, er habe einst ein Amt am Hofe von Velmor innegehabt. Wenn man ihn selbst fragt, zuckt er nur mit den Schultern und sagt: „Ich bin dort gewesen, wo der Schatten denkt.“

In Khadur hat er nie eine Waffe gezogen – zumindest nicht sichtbar. Doch er kennt jedes Echo in den Gängen, jedes Muster in den Schritten der Fremden. Er ist der Erste, der merkt, wenn sich etwas ändert, und der Letzte, der es anspricht. Nicht aus Angst, sondern aus Kontrolle. Wenn Tuzzoli spricht, hören selbst Steine zu.

Er trägt keine Rüstung, sondern einen langen, dunklen Mantel, gesäumt mit Schriftzeichen in Sprachen, die längst aus den Mündern gefallen sind. Seine Augen sind schwarz wie nasser Schiefer – nicht leer, sondern still. Er lacht manchmal, aber nie zur rechten Zeit. Und er erinnert sich an Dinge, die du ihm nie erzählt hast.

Zwischen ihm und Yuznarlug besteht kein Dienstverhältnis, keine Freundschaft im klassischen Sinne – aber ein unausgesprochenes Band. Sie sprechen kaum miteinander, aber sie verstehen sich mit einem Blick. Er ist ihr Gleichgewicht, ihr Spiegel. Wo sie steht, sitzt er. Wo sie abschirmt, beobachtet er.

Tuzzoli bewacht nicht.
Er erwartet.